Nachhaltige Logistik und Mobilität

 

Die Logistik ist ein wichtiger Motor der Wirtschaft und spielt eine zunehmend zentrale Rolle. Logistik- und Transportunternehmen erleichtern nicht nur die Beschaffung von Rohstoffen und Betriebsmitteln. Sie sind genauso wichtig, wenn es um die Montage und Lagerung von Produkten oder die Auslieferung der Fertigprodukte in die entsprechenden Absatzmärkte geht. Der Anteil der Logistik- und Expressdienstleistungen am globalen BIP beträgt heute etwa 9 % (Logistics Today, 2010). Allein in der Europäischen Union erwirtschaftete die Logistikindustrie im Jahr 2009 einen Umsatz von 1 Billion € oder rund 10 % des europäischen BIP (Klaus und Kille, 2008/2009). Zugleich schafft die Transport- und Logistikbranche weltweit neue Beschäftigungschancen. In Deutschland sind beispielsweise etwa 2,6 Millionen Menschen in der Logistikindustrie tätig (rund 7 % der Erwerbsbevölkerung).

 

Quelle: Hory, Matthias, Die Macht der Trends, 2013
Quelle: Hory, Matthias, Die Macht der Trends, 2013

 

 

 

Die zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Logistik wird die Rolle des Logistikanbieters als Partner für die Transport- und Netzwerkoptimierung in Versorgungs- und Distributionsnetzwerken stärken. Problematisch ist dabei derzeit insbesondere die Vielfältigkeit der Verladeeinrichtungen, des Lieferrhythmus, der Transportkonzepte, der Datenstandards etc., die sich aus individuellen Kundenanforderungen ergeben. Vor diesem Hintergrund erfordern Standardisierungsinitiativen kooperative Ansätze zwischen Supply-Chain-Partnern.

 

 

 

 

6 zentrale Trends für eine nachhaltige Logistik

1. Neudefinition der Kundenschnittstelle

Als Folge der Öffnung bislang regulierter oder staatlich kontrollierter Märkte werden in den nächsten Jahren neue Logistikanbieter und Dienstleistungskombinationen auf den Markt kommen. Nicht zuletzt sorgt die zunehmende Fokussierung von Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen dafür, dass bislang intern erbrachte Logistikdienstleistungen immer häufiger ausgelagert werden.

 

2. Megastädte als besondere Herausforderung

Der Trend zur Urbanisierung und die Entstehung von Megastädten spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Logistikmarktes. Denn durch zunehmende Urbanisierung und das rapide Wachstum der Megastädte (städtisch verdichtete Areale mit mehr als 10 Millionen Einwohnern) ändern sich auch die Hauptwarenflüsse und Anforderungen an die Logistik (E-Commerce-Boom, dezentrale Energieversorgung). 2006 gab es weltweit 30 Großstädte (5 – 10 Millionen Einwohner), im Jahr 2020 werden es bereits 46 sein. Schon heute werden 9 % des weltweiten Bruttosozialprodukts in den 27 Megastädten verdient. Klar ist schon jetzt, dass der Wohlstand (und die Logistik) in der verstädterten Welt von morgen auf ökologisch effizientere Weise realisiert werden muss. Lkw-Hersteller werden zunehmend auf Elektro- und Hybridantriebe zurückgreifen, um den Umweltanforderungen gerecht zu werden. Hinzu kommt die starke Konkurrenz von neuen Anbietern – allen voran aus Asien. Deutschland ist ein hoch spannender Logistikmarkt mit sehr guten Zukunftsaussichten. Die zentrale Lage in Europa begünstigt die Rolle als Verkehrsknotenpunkt, und die polyzentrische Wirtschaftsstruktur Deutschlands erfordert ein hohes Maß an Transportleistungen. Der hohe Industrialisierungsgrad und die Handelsoffenheit versprechen darüber hinaus wachsende Warenströme. Nicht zuletzt sind die hohe Netzdichte und Qualität der deutschen Verkehrsinfrastruktur im europäischen Vergleich einzigartig und ein unbezahlbarer Standortvorteil.

 

3. Kontraktlogistik als besondere Wachstumschance

Von einem ganzheitlichen Prinzip wie der Kontraktlogistik reden wir nicht erst seit heute. Kontraktlogistik-Dienstleister übernehmen logistische und logistiknahe Aufgaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette und stellen das Bindeglied zwischen sämtlichen Wertkettenbeteiligten dar. Logistikdienstleister sind heute intensiver denn je in das Wertkettensystem integriert. Und die Weiterentwicklung auf diesem Gebiet wird für ausnahmslos alle Logistikanbieter zur Schicksalsfrage der kommenden Jahre. Gelingt es, auf der bewährten Basis der Bereitstellung von Transportinfrastrukturen weitere Dienstleistungen anzubieten, steht eine rosige Zukunft ins Haus.

 

4. Multimodal und aus einer Hand

Auto, Bahn, Schiff, Flugzeug: Viele Logistikunternehmen sind in ihrer Herkunft (als Spediteur, als Bahnanbieter, als Paketservice etc.) noch wahrnehmbar. Fast alle jedoch vollziehen gerade eine Wandlung zum ganzheitlichen Mobilitäts- und Logistikanbieter. Transportdienstleistung aus einer Hand (und idealerweise von der Entwicklung über die Fertigung zum Kunden), das ist der Schlüssel zur Logistik-Zukunft.

 

5: Nachhaltigkeit, aber keine Ökodiktatur

Große Markenunternehmen wie Nike und Wal-Mart gehen voran und verlangen von ihren Partnern und Zulieferern mitunter drastische CO2-Reduktionen. Die Umweltgesetzgebung (autofreie Anlieferungszonen, verbindliche CO2- Richtwerte) auf allen Erdteilen wird bis 2020 ein Übriges tun. Die Logistikbranche, die sich wie keine andere über Energie- und Ressourcennutzung definiert, steht hier vor riesigen Herausforderungen. Mehrere Studien gehen davon aus, dass sich die Energieeffizienz neuer Transportfahrzeuge, -schiffe und -flugzeuge von 2020 bis 2030 um 20 bis 40 % verbessern wird.

 

6. Nächste Globalisierungsrunde: Politische und ideologische Grenzen fallen, Handelsbarrieren werden abgebaut und Zölle entfernt

Für die Logistiker bedeutet das mehr denn je: freie Fahrt. Außerdem bieten neue Informations- und Kommunikationstechnologien innovative Möglichkeiten der Warensteuerung. Auch aufgrund dieser Entwicklung nimmt der Bedarf an verfeinerten Logistikleistungen zu. Die Logistik wird für zukunftsorientierte Unternehmen zu einem ausschlaggebenden Produkt

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